Wegbegleiter*innen und Partner*innen

Stimmen zum 30. Geburtstag

Grafik: Georg Jorczyk / Grimme-Institut

Seit 30 Jahren steht die Grimme-Akademie für Qualifizierung, Austausch und kritische Debatten rund um Medien und Journalismus. Ausgehend von der Überzeugung, dass Qualität nur entstehen kann, wenn Qualifikation gestärkt wird, sind in drei Jahrzehnten Seminare, Workshops, Projekte und Branchentreffen zu ganz unterschiedlichen Themen entstanden – von Recherche und Medienjournalismus bis KI, von Comedy und Unterhaltung, Factual und Dokumentarfilm bis zu Desinformation, Hate Speech und Informationskompetenz. Dazu kommen Projekte zu Migration und Inklusion in den Medien.

Die Akademie war und ist dabei immer auch ein Ort der Begegnung: für Diskussionen, Kooperationen und Netzwerke. Viele Menschen haben diese Arbeit über Jahre begleitet und geprägt – als Teilnehmende, Referent*innen oder Partner*innen.

Zum 30-jährigen Jubiläum kommen einige von ihnen hier zu Wort. Sie erzählen von persönlichen Erinnerungen, gemeinsamen Projekten und davon, was die Grimme-Akademie für sie ausmacht.

Leonhard Ottinger (Geschäftsführer RTL Journalistenschule)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

1998 begann für mich eine weitreichende Erfolgsgeschichte mit der Grimme-Akademie. Gemeinsam erarbeiteten wir mit jungen Journalist*innen medienjournalistische Konzepte. Viele unserer damaligen Teilnehmenden schreiben bis heute über Medien und Journalismus. Die Grimme-Akademie bietet bis heute dieses Thema als Workshop an. Gemeinsam mit den Kolleg*innen der Akademie haben wir Seminare für die RTL Journalistenschüler*innen und Weiterbildungsprojekte konzipiert und durchgeführt. Ohne die Kooperation mit der Grimme-Akademie hätte es etliche richtungsweisende Veranstaltungen so nicht gegeben – zu Themen wie journalistische Ethik und Zukunft des Journalismus, Fernsehqualität und Visual Radio oder Formatentwicklung. Und dies mit den kundigsten Branchenkennern und erfahrensten Praktikern.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Auf den regelmäßigen Austausch mit Aycha, Lars und Stefan möchte ich nicht verzichten. Welche Themen und Herausforderungen muss journalistische Qualifikation aufgreifen? Welche didaktischen Methoden eignen sich besser für dieses oder jenes Thema. Wer kennt einen erfahrenen Referenten für ein anstehendes Seminar. Diese vielen Anregungen und praktischen Tipps würden mir sehr fehlen, wenn es die Grimme-Akademie nicht gäbe. 

Lili Masuhr (Moderatorin und Projektmanagerin für Inklusion und Digitalisierung)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Mit der Grimme Akademie verbinde ich vor allem unsere Kooperation für die Fortbildung „Sprache und Bildsprache über Menschen mit Behinderung“. Dieses Thema ist deshalb so wichtig, da es in vielen journalistischen Ausbildungswegen keine Fortbildung gibt, wie eine diskriminierungsfreie Berichterstattung über Menschen mit Behinderung gelingen kann. Umso wertvoller ist es, dass die Grimme Akademie seit Jahren diesem Thema den nötigen Raum gibt, um Bewusstsein zu schaffen, weg von Klischees, hin zu einer respektvollen und barrierefreien Berichterstattung und Kommunikation. Ein besonderer Dank gilt dabei Aycha und Stefan, mit denen die Zusammenarbeit nicht nur fachlich hochprofessionell und zuverlässig, sondern auch menschlich so herzlich war, dass die gemeinsame Arbeit an diesem Projekt eine echte Bereicherung war.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Wenn Berichterstattung über Behinderung als Querschnittsthema betrachtet wird (Disability Mainstreaming), passt es sehr gut zu den kommenden Fortbildungen der Grimme-Akademie: Wie kann Künstliche Intelligenz so trainiert werden, dass eine moderne, inklusive (Bild-)Sprache eine alte diskriminierende ersetzt? Wie werden Interviews respektvoll mit Menschen geführt, die Seh-, Hör- oder Mobilitätseinschränkungen haben? Wie lässt sich digitale Teilhabe als demokratischer Wert noch barrierefreier gestalten? Ich würde persönlich gerne ein Seminar zum Thema "Barrierefreie Moderation" anbieten, da ich dies selbst seit zwanzig Jahren in Hörfunk-Interviews und Eventmoderationen praktiziere und gerne weitergeben möchte.

Thomas Lückerath (Gründer und Chefredakteur DWDL.de)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

In stürmischen Zeiten der medialen Transformation, die uns einerseits erfreuliche Vielfalt und mehr Partizipation ermöglicht, verliert sich mediale Qualität jedoch oft in einer enormen Quantität von Desinformation & Eigeninteressen. Umso wichtiger ist ein Anker wie die Grimme-Akademie, die nach qualitativen, demokratischen und kritischen Maßstäben mit ihren Angeboten wichtige Orientierung gibt und dabei Medienkompetenz über Gattungen und Trends hinweg vermittelt. Der Medienmarkt ist in Bewegung wie nie - und das ist aufregend, nicht beängstigend - wenn es diesen Anker gibt, der an Qualität und Standards festhält. Der immer wieder Fläche für Diskurs gibt für Entwicklungen, die in der Tagesaktualität untergehen aber uns nachhaltig beschäftigen sollten. Ohne die Grimme-Akademie wäre das schwieriger.

Michael Schwertel (Professor für Medienmanagement & Keynote Speaker für Künstliche Intelligenz)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Meine erste Veranstaltung war 2008 in Ludwigsburg an der Filmakademie. Ich sollte den Studierenden von Erfolg in den Medien erzählen und merkte schnell, dass der Austausch mit den jungen Medienmacher*innen eine Frage in den Vordergrund schob: Wie definiert man Erfolg überhaupt?

Mein jährliches Seminar "Social und Crossmedia in der Praxis" für die Grimme-Akademie, in dem der Ausblick auf kommende Entwicklungen immer ein zentraler Teil war, zeigte mir dann eindeutig: Auch Medienprofis sind in einer rasanten Entwicklungsgeschwindigkeit gefangen. KI war bei uns schon Thema, als 2015 kaum jemand verstand, was automatisierter Journalismus oder LLMs sind. Später wurde daraus ein eigener KI-Kurs für Fortgeschrittene. Für mich war die Akademie immer der Ort, an dem ich als Trüffelschwein nach zukünftigen Entwicklungen suchen und sie mit der Branche teilen durfte, lange bevor sie Mainstream wurden.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Medienmacher sind Transformations-Champions, ihre Branche verändert sich schneller als jede andere. Aber wo sonst gibt es eine Akademie, die so nah am Puls bleibt und das nicht nur technisch? Wenn sich Technik entwickelt, müssen wir zwangsläufig die kulturellen und ethischen Fragen mitdenken, die das für uns Menschen aufwirft. Gerade jetzt ist das entscheidend. Bei aller Tool-Verliebtheit rund um KI braucht es einen Ort, der nach dem "Wofür?" fragt und was daraus folgt. Genau das kann die Akademie. Ohne sie würde der Branche eine ihrer wichtigsten Instanzen fehlen, um die richtigen Chancen zu identifizieren.

Kurz gesagt: Die Grimme-Akademie ist der Ort, an dem aus Medientechnologie auch Haltung wird.

Stephan Weichert (Direktor und Gründer VOCER-Institut für Digitale Resilienz | ganz rechts im Bild)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Mit der Grimme-Akademie verbinde ich seit vielen Jahren vor allem eines: einen selten gewordenen Ort für ernsthafte Debatten über Medienqualität, Öffentlichkeit und Verantwortung. Ich habe die Akademie immer als Raum erlebt, in dem nicht nur Trends verwaltet, sondern Entwicklungen kritisch hinterfragt werden – mit Neugier, Streitlust und intellektueller Offenheit. Gerade in einer Branche, die zunehmend unter ökonomischem und technologischem Druck steht, ist das alles andere als selbstverständlich.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Besonders wichtig finde ich bis heute den Fokus auf Medienjournalismus und Medienkritik. Für mich gehören sie zu den wichtigsten Bereichen des Journalismus überhaupt, obwohl sie vielerorts massiv abgebaut werden. Wenn es keinen intakten Medienjournalismus mehr gibt, verliert die Branche ihre Fähigkeit zur Selbstbeobachtung. Und ohne kritische Medienbeobachtung erodiert das Mediensystem schleichend weiter – nicht nur publizistisch, sondern auch demokratisch.

Brigitte Baetz (freie Journalistin und Moderatorin)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Mit der Grimme-Akademie verbinde ich vor allem das Medienjournalismus-Seminar! Medienjournalismus ist so wichtig wie nie, führt aber in den meisten Medien leider ein Schattendasein. Das ist fatal, denn durch die Digitalisierung berühren viele Themen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur Medienaspekte oder sind selbst medial beeinflusst. Umso wichtiger, dass die Grimme-Akademie mit ihrem Medienjournalismus-Seminar Nachwuchsjournalist*innen mit diesem Feld in Berührung und mit Macher*innen ins Gespräch bringt.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Medienbildung und Medienausbildung sind ja in aller Munde und es gibt viele Anbieter, die versprechen, Journalist*innen Werkzeuge in die Hand zu geben. Nicht alle aber haben einen so weiten Blick wie die Grimme-Akademie und decken so viele Bereiche ab. Es ist nötiger denn je, den Medienwandel seriös zu begleiten. Gäbe es die Grimme-Akademie nicht, würde definitiv etwas fehlen.

Jens Klocke (Autor, Trainer und systemischer Coach)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Seit über 13 Jahren darf ich für die Grimme-Akademie das Seminar „Selber Texten fürs TV" geben – und ich tue das immer noch sehr gerne. Was mich hält? Die interessierten Teilnehmer*innen und die netten Kolleginnen und Kollegen. Die Akademie schafft etwas, das in der Branche selten geworden ist: einen Raum, in dem echtes Lernen stattfindet – auf Augenhöhe, ohne Zeitdruck, mit echter Neugier auf beiden Seiten.
Meine eigene Haltung bringe ich dabei immer mit: Ständiges Lernen macht souverän und demütig zugleich. Dass ich das als Dozent weitergeben kann, ist ein Privileg.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

In vielen Redaktionen nehmen sich nicht mehr viele Kolleg*innen die Zeit, den Nachwuchs angemessen zu fördern. Zum Glück gibt es ja die Grimme-Akademie – diesen Satz habe ich einmal gesagt und er gilt heute mehr denn je. Wenn dieser Ort wegfiele, würde der Branche ein unersetzlicher Ort für Qualifizierung, Austausch und kritisches Nachdenken fehlen. Kein Verband, keine Plattform, keine Redaktion kann das ersetzen.

Melvin Schwertel (freier Journalist und Moderator)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Ich verbinde mit der Akademie einen Ort für Austausch. Menschen aus verschiedenen Richtungen kommen zusammen, um voneinander zu lernen. Besonders wichtig finde ich die Förderung von jungen Leuten - so bietet die Akademie das Seminar “Über Medien informieren” an, um junge Medienjournalist*innen zu unterstützen. Als ehemaliger Teilnehmer konnte ich wichtige Kontakte aufbauen, die mir noch heute weiterhelfen. Danke für 30 Jahre Qualitätssicherung der deutschen Medienlandschaft.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Ohne die Akademie würde die deutsche Medienlandschaft an Qualität verlieren. Davon bin ich überzeugt. Nicht nur, weil Räume zum Austausch fehlen würden, sondern auch weil gute Projekte übersehen würden. In einer Zeit der Fake News und KI muss diese Qualität aber hochgehalten werden. Der Akademie gelingt es mit einem ausgeprägten Riecher wertvolle Inhalte zu unterstützen. Sonst würden einige dieser Inhalte im Nichts versanden.

Dr. habil. Gerd Hallenberger (Medienwissenschaftler) 

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Im Jahr 2022 habe ich die Keynote zur Fachtagung „Was gibt’s zu lachen?“, co-organisiert von CoJokingSpace und Grimme-Akademie, gehalten. Nicht nur die Organisation klappte prima, auch insgesamt war es ein großes Vergnügen, wozu es ein gleichermaßen interessiertes wie engagiertes Publikum machte. Bei dieser Veranstaltung konnte ich unmittelbar erleben, was die Grimme-Akademie so wichtig macht: Sie schafft besondere Orte, an denen über Medien nachgedacht werden kann.

Das klingt erst einmal nicht besonders prickelnd – aber. Wir leben seit Jahrzehnten in einer „Mediengesellschaft“ (mit ständig wechselnden Medienensembles und Leitmedien), in der aber hauptsächlich darüber nachgedacht wird, wie mit Medien Geld verdient werden kann, wie Geräte zu bedienen sind und wie unmittelbare Risiken beim Umgang mit Medien vermindert werden können, von Jugendmedienschutz bis Cybercrime, von Passwortschutz bis Spielsucht.

Woran es aber dramatisch mangelt, und die Folgen diese Mangels werden immer deutlicher spürbar, sind Orte, an denen thematisiert wird, was es für uns als Gesellschaft insgesamt bedeutet, „Mediengesellschaft“ zu sein. Es gibt ja nicht einmal ein Fach „Medien(gesellschafts)kunde“ an unseren Schulen! Und genau hier kommt die Grimme-Akademie ins Spiel, mit ihren wenigen, aber wichtigen und damit unverzichtbaren Angeboten.

Aus meiner ganz persönlichen Perspektive gesprochen: Sie ist außerdem auch einer der extrem seltenen Orte, an den verstanden worden ist, dass eine Mediengesellschaft in hohem Maße eine Unterhaltungsgesellschaft ist – also alle Funktionen, die Medien für die Gesellschaft erbringen, immer auch durch einen Unterhaltungsfilter gehen. Und umgekehrt alle als solche etikettierten Unterhaltungsangebote sehr viel mehr für die Gesellschaft leisten, als nur „unterhaltend“ zu sein.

Andreas Fauth (Chefredakteur der Multimediaredaktion, Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau | Vorsitzender des Netzwerks Journalismus e.V.)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Ich verbinde mit der Grimme-Akademie den guten und konstruktiven Blick nach vorne auf die Welt von morgen: Weil die Grimme-Akademie mit ihren Angeboten und Veranstaltungen Menschen fördert, die mit ihrer Arbeit inspirieren, innovieren und für Qualität einstehen. Weil akademisches Handeln in schwierigen Zeiten unendlich wichtig ist und Bildung Gestalten von Zukunft ist. Gemeckert wird in unserem Land genug – die Grimme-Akademie gestaltet mit an einer Vision für eine positive Zukunft.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Natürlich denke ich zuerst ans Radiosiegel – es ist leicht zu kritisieren, aber zu loben fällt uns schwer. Dabei liefert jedes Lob den größten Ansporn und Motivation, etwas besser zu machen.
Das Radiosiegel lobt eine gute Ausbildung in den privaten Sendern (aus) – das ist für Volos und Sender gleichermaßen ein riesiger Gewinn.

Sam Howe (freier Journalist)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Eindeutig das Seminar zum Medienjournalismus („Über Medien informieren“). Das war für mich damals der Startschuss, mich wirklich kritisch und systematisch mit Medien selbst auseinanderzusetzen – also nicht nur mit deren Inhalten, sondern auch mit journalistischen Strukturen, Verantwortlichkeiten, Plattformlogiken und digitaler Teilhabe. Das hat meinen eigenen Zugang zum Journalismus stark geprägt. Ohne diese Impulse hätte ich wahrscheinlich nicht angefangen, selbst regelmäßig Beiträge für die Medienmagazine von Deutschlandfunk und WDR zu produzieren.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Wenn die Akademie fehlen würde, ginge für viele ein wichtiger Ort verloren, um sich kritisch und offen mit Medien auseinanderzusetzen, gerade für jüngere Medienschaffende in Zeiten des digitalen Umbruchs.Ich glaube, viele suchen heute Orientierung im Umgang mit den Veränderungen von Öffentlichkeit, Plattformen und Journalismus – und darin, diesen Entwicklungen nicht mit Verunsicherung, sondern mit Gestaltung zu begegnen. Genau für solche Diskussionen und Perspektiven finde ich die Akademie wichtig.

Lukas Schöne (Journalist, Podcaster und Audioexperte)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Wenn ich an die Grimme-Akademie denke, sehe ich einen Teller mit Grüner Soße und ein Glas Äppelwoi. Zwei Mal durfte ich am Vorabend des RadioNetzwerkTags in Frankfurt schon mit Aycha, Stefan und Lars zusammensitzen und über Medien sprechen. Immer angenehm, immer fundiert. Da sind Menschen am Werk, denen es um die Sache geht und die für eine starke Medienzukunft brennen. Das zeigt nicht zuletzt der unverzichtbare RadioNetzwerkTag. 

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Ohne die Grimme-Akademie wäre die Medienbranche um eine wichtige, unabhängige Institution ärmer. Sie hilft jungen Medienschaffenden dabei, das nötige Wissen mit in den Beruf zu nehmen. Es geht um konkretes Handwerkszeug, aber auch darum, über die Verantwortung des Journalismus nachzudenken. Und das wird in Zeiten, in denen sich die Aufgaben von Medienschaffenden rasant wandeln, immer wichtiger. 

Petra Schwengler (Journalistin, Medientage München)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Exzellent kuratierte Veranstaltungen mit klarem Mehrwert für Journalismus, Redaktionen und den Nachwuchs: Das ist es, was ich mit der Grimme-Akademie verbinde und was ich an dem Angebot so sehr schätze. Die große Bandbreite an Themen befähigt Menschen in den Medien, ihren Job besser und mit kritischer Distanz zu machen. 

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Die Grimme-Akademie gehört zu den wenigen unabhängigen und neutralen Institutionen, die der Medienbranche nur einen Stempel aufdrückt: den der Professionalität. Damit ist das Team aus Marl unersetzlich, wenn es um journalistische Weiterbildung geht.

Steffen Grütjen (Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Journalistik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Mit der Grimme-Akademie verbinde ich insbesondere das deutschlandweit einzige Qualifizierungssseminar „Über Medien informieren“. Medienjournalismus als Inhalt der journalistischen Nachwuchsausbildung und -förderung – mit Vernetzung in der Branche und vielfältigen Praxiseinblicken. Dem Medienjournalismus drei Tage Raum zu geben für aktuelle Fachdiskussionen, Workshops und Vorträge sensibilisiert dafür, wie wichtig es ist, auch aus Medienhäusern heraus fundierte Medienkritik zu leisten. 

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Zuallererst der wie immer unkomplizierte, konstruktive und persönliche Austausch mit Aycha, Lars und Stefan. Ohne die Grimme-Akademie verliert die journalistische Nachwuchsförderung einen geschützten Ort, der aktuelle Trends, Fragen nach journalistischer Qualität und Zukunftsperspektiven praxisnah vereint. Die „Grimme-Stimme“ setzt Impulse und betont, wie notwendig gutes journalistisches Handwerk ist – gerade in Zeiten einschneidender technischer und medialer Umbrüche. 

Sigrun Rottmann (freie Journalistin, Institut für Journalistik TU Dortmund)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Zum ersten Mal hatte ich beim RadioNetzwerkTag 2023 mit der Akademie Kontakt: Das Team hatte mich eingeladen, einen Vortrag über Konfliktsensibilität im Journalismus beizusteuern. Mich hat die positive und kollegiale Atmosphäre bei dieser Veranstaltung sehr beeindruckt, die – wie ich dann feststellte – die Arbeit des Teams grundsätzlich auszeichnet. Mich begeistert, dass die Grimme-Akademie Qualitätsjournalismus und den journalistischen Nachwuchs mit Leidenschaft und auf Augenhöhe fördert. 

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Die journalistische Aus- und Weiterbildung steckt in einem Dilemma. Auf der einen Seite fordern rasante technische und gesellschaftliche Entwicklungen von Medienschaffenden kontinuierliches Lernen, Reflexion und Austausch. Gleichzeitig kommt genau das im redaktionellen Arbeitsalltag zu kurz. Wir brauchen daher mehr Angebote wie die der Grimme-Akademie, die auf technische und inhaltliche Qualifizierung abzielen und die Reflexion sowohl ethischer Fragen als auch der Rolle des Journalismus in der pluralen und demokratischen Gesellschaft fördern. 

Leif Kramp (Forschungskoordinator am ZeMKI, Universität Bremen | 2. von links im Bild)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Ich verbinde mit der Grimme-Akademie die kontinuierliche Arbeit an Fragen der Medienqualität im Wandel. Für mich ist besonders wichtig, dass dort aktuelle Entwicklungen wie KI, Plattformlogiken, Desinformation oder Hate Speech nicht isoliert betrachtet werden. Die Akademie bringt diese Themen mit journalistischer Praxis, Bildung und gesellschaftlicher Verantwortung zusammen.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Fehlen würde ein Ort, an dem man über Medienqualität sprechen kann, ohne sofort in reine Marktlogiken zu geraten. Die Akademie hält Themen präsent, die für eine informierte Öffentlichkeit zentral sind, etwa Recherche, Informationskompetenz, Inklusion, KI und Desinformation. Gerade diese Mischung aus Aktualität, Fachlichkeit und gesellschaftlichem Anspruch macht sie wichtig.

Carolin Neumeier (Studentin und freie Journalistin)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Mit der Grimme-Akademie verbinde ich eine Vielfalt von Themen, die besonders für junge Menschen in der Medienlandschaft spannend sind. Dabei werden Themenbereiche vom Dokumentarfilmen über Comedy bis hin zum Medienjournalismus abgedeckt. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir aber die RadioNetzwerkTage, bei denen einmal im Jahr Radio-Enthusiast*innen aus ganz Deutschland nach Frankfurt trudeln. Neben den tollen Workshops lebt dieser Tag für mich von den Radiomacher*innen, deren Freude über ihre Arbeit bzw. Ausbildung durchgängig für gute Stimmung sorgt. Der vorweihnachtliche Ausklang am Glühweinstand rundet das Event für mich immer ab.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Ohne die Akademie würde so einiges fehlen, aber besonders würde geballter Input zum Medienjournalismus abhandenkommen. Das Medienjournalismus-Seminar einmal im Jahr bündelt Expertise und Insights in diesen Teil der Branche so toll, dass niemand nach den 3 Tagen ohne neues Wissen rauskommen kann. Solch ein Format kenne ich anderweitig nicht.

Torsten Zarges (Managing Partner, Zarges ctc / Chefreporter, DWDL.de / Juryvorsitzender, Deutscher Radiopreis | ganz links im Bild)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Mit der Grimme-Akademie verbinde ich, dass es seit vielen Jahren »was zu lachen« gibt. 2007 durfte ich erstmals Teil der Comedy-Fachkonferenz sein – damals noch zweitägig und in Ismaning bei München. Bora Dagtekin und Steffi Ackermann gaben uns frühe Einblicke in eine für Deutschland neuartige Serie, die erst neun Monate später on air gehen und etliche Preise abräumen sollte: »Doctor’s Diary«. Bis heute kenne ich kein anderes Branchenforum, das sich so lebhaft und so leidenschaftlich dem Humor im Fernsehen – und inzwischen auch in allen digitalen Kanälen – widmet.

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Ohne Akademie wäre Grimme nicht so nah an der Branche dran. 30 Jahre Qualifizierung, Weiterbildung und Nachwuchsförderung bedeuten auch, dass Tausende Medienmacher*innen ein bisschen klüger, inspirierter, aufmerksamer geworden sind – und die Akademie im Gegenzug zum unverzichtbaren Trendbarometer.

Daniela Fonrobert (TV-Journalistin und Storytelling-Expertin)

Was verbindest du ganz persönlich mit der Akademie? 

Ich liebe die Möglichkeit, immer wieder mit ganz unterschiedlichen jungen Kolleginnen und Kollegen für zwei Tage zusammenzukommen und mit Ihnen darüber zu sprechen, wie sie ihre Geschichten am besten erzählen, so dass diese von möglichst viele Menschen gerne gesehen werden. Das ist auch für mich jedes Jahr wieder inspirierend und ich nehme immer eine Menge mit. 

Was würde (Dir) fehlen, wenn es die Akademie nicht mehr gibt? 

Ein Ort, wo Kolleginnen und Kollegen die Zeit haben, sich über ihre Arbeit Gedanken zu machen – wie können wir es auch mal anders und möglichst besser machen? Dinge lernen, sich selbst weiterentwickeln im Austausch mit anderen, das ist etwas, was in diesen hektischen Zeiten oft zu kurz kommt.