Über Medien informieren

Seminar Medienjournalismus

Ein Kugelschreiber liegt auf einem Tisch.
Foto: Stefan Schröer / Grimme-Akademie

Ein Kompetenz- und Qualifizierungsseminar

Was ist Medienjournalismus? Welche medienjournalistischen Themen finden ihren Weg in die Öffentlichkeit und wer sind die Akteure, die über die eigene Branche kritisch berichten?

Im Kampf um journalistische Glaubwürdigkeit wird guter Medienjournalismus immer wichtiger und steht gleichzeitig vor großen Herausforderungen. „Weiterbildungsangebote für dieses schmale Segment gibt es kaum, immerhin einmal jährlich ein Angebot der Grimme-Akademie in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.“, schrieben Bert-Donnepp Preisträger Volker Lilienthal und Annika Stenzel (taz) 2014 auf vocer.org. Seit über 15 Jahren bietet die Grimme-Akademie in Kooperation mit dem Deutschlandfunk das viertägige Überblicksseminar an, das Nachwuchsjournalist*innen unterstützt, die wesentlichen Felder des Medienjournalismus, des Marktes und die Arbeit im professionellen Medienbetrieb kennenzulernen.

Erfahrene Referent*innen aus der Praxis stellen ihre Erfahrungen aus den Bereichen Print, TV, Hörfunk und Online vor. Neben den informativen Gesprächen mit den Gästen werden die Teilnehmer*innen auch durch praktische Übungen, wie zum Beispiel dem Verfassen einer aktuellen TV-Kritik, gefordert. Der direkte Austausch mit Profis über z.B. eigene Beitragsideen bietet einen eminenten Bezug zur praktischen Arbeit des Medienjournalismus.

Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen. Wir bedanken uns bei allen Bewerber*innen.

 
K U R Z P R O G R A M M

(Stand 14.05.2018)

Dienstag, 3. Juli 2018
(13.30 – ca. 18.30 Uhr)


•    Begrüßung und Einführung

•    Qualität im Journalismus
Zum Engagement des Grimme-Instituts
Dr. Frauke Gerlach, Direktorin/ Geschäftsführerin, Grimme-Institut, Marl

•    Medienjournalistische Themen und Berichterstattung über Medien
Thomas Lückerath, Geschäftsführer DWDL, Köln

Mittwoch, 4. Juli 2018
(10.00 – ca. 18.00 Uhr)


•    Medienjournalismus im Hörfunk: Ein Gespräch über Themen, Formen, Distribution und Arbeitsweise
Stefan Koldehoff, „@mediasres“, Deutschlandfunk, Köln und „Töne, Texte, Bilder“, WDR 5, Köln

•   Medien 360G – Das Medienportal des MDR
Steffen Grimberg, Redaktion Medien 360G, MDR, Erfurt

•    Medienjournalismus zwischen Kritik und Humor

•    Medienjournalismus in freier Wildbahn

 

Donnerstag, 5. Juli 2018
(9.30 – ca. 17.30 Uhr)

•    Schaltkonferenz Deutschlandfunk
anschließend Gespräch mit Birgit Wentzien, Chefredakteurin, Deutschlandfunk, Köln

•    Skype-Gespräch mit Stefan Raue, Intendant, Deutschlandradio

•    Medienjournalismus und TV: Zapp - Das Medienmagazin
Jochen Becker, Redaktion Zapp, NDR, Hamburg

•    TV, Radio, Internet: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der digitalen Gesellschaft
Jörg Schönenborn, WDR, Köln

Freitag, 6. Juli 2018
(10.00 – 14.00 Uhr)


•    Publizieren: Die TV-Kritik
praktische Übung, Hans Hoff, freier Journalist, Nideggen

Hans Hoff im Medienjournalismus-Seminar

 

Informationen/Anmeldung

Grimme-Akademie
Aycha Riffi
Telefon: 02365 9189-45
E-Mail: akademie@grimme-institut.de

 

Teilnehmerstimmen

Johannes Meyer, Seminarteilnehmer 2017

Johannes Meyer

Johannes Meyer ist Journalist. Er arbeitete für Das Erste, n-tv und RTL. Nach dem Studium der Medienwissenschaften an der Universität Siegen absolvierte er ein Volontariat an der RTL Journalistenschule. 2015 wurde er unter die „Top 30 bis 30“ des Medium Magazins gewählt. Nebenbei ist er als Dozent und Moderator tätig u.a. für die TU Dortmund, das Medienfest NRW oder die Next Level Conference. Teilnehmer des Seminars Medienjournalismus 2017.

„Trotz Medienstudium und Volontariat war dieses Seminar für mich eine absolute Bereicherung. In Zeiten in denen Medien und vor allem Digitales unser ganzes Zusammenleben beeinflussen, bekommen guter Medienjournalismus- und Medienkritik eine ganz neue Bedeutung. Das Seminar meint es ernst, vermittelt einen tiefen Einblick in die Medienwelt und zeigt, dass bewegte Bilder, Audios und Texte einen kritischen Blick von außen verdienen. Ich war erstaunt, wie viel Spaß es gemacht hat, mit einer schnell zusammengewachsenen Gruppe und mit Experten über die Medienwelt zu diskutieren. Solche Seminare müsste es viel öfter geben.“

 

Jonas Kühlberg, Seminarteilnehmer 2017Jonas Kühlberg

Jonas Kühlberg studiert Kulturjournalismus an der Berliner Universität der Künste. Stationen beim RBB, MDR, Verlag Der Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Zitty Berlin und Neukoellner.net. Teilnehmer des Seminars Medienjournalismus 2017.

„»Was wir über die Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien.« Dieser vielzitierte Satz Niklas Luhmanns mag inzwischen abgegriffen klingen. Doch die Debatte um „FakeNews“, die Repräsentation von Geflüchteten und Migrant*innen in den Medien oder der Anteil von Frauen in redaktionellen Führungspositionen zeigen wie aussagekräftig Luhmanns Befund noch heute ist. Das haben mir die Workshops und Gespräche beim Deutschlandfunk in Köln einmal mehr vor Augen geführt.

Umso wichtiger ist es deshalb, sich als angehender Journalist kritisch mit den Medien auseinanderzusetzen und das eigene journalistische Handeln immer wieder auf’s Neue zu hinterfragen. Die Referent*innen des Grimme-Seminars geben Einblicke in das Handwerk des Medienjournalismus, eröffnen Perspektiven für Berufsfelder und ermöglichen kritische Reflexionen über die eigene journalistische Arbeit. Und nebenbei – und nicht minder wichtig – gibt es ausreichend Gelegenheit mit vielen jungen Leuten ins Gespräch zu kommen, die die gleiche Leidenschaft teilen wie man selbst.“

Marie Ludwig, Seminarteilnehmerin 2016

Marie Ludwig

Marie Ludwig hat unter anderem beim ZDF, WDR und der Süddeutschen Zeitung praktiziert, schreibt als Freie für die Deutsche-Presseagentur und studiert Journalistik in Leipzig. Sie war Teilnehmerin des Seminars Medienjournalismus 2016.

„Ein Seminar, vier Tage, neun Vorträge – das Seminar Medienjournalismus hat mir gezeigt, dass Medienjournalist*innen eine unglaublich wichtige Rolle in unserer Gesellschaft einnehmen: Insbesondere in Zeiten, in denen der Vorwurf der „Lügenpresse“ immer leichtfertiger ausgesprochen wird, ist das gegenseitige Reflektieren über die eigene Arbeit unerlässlich geworden. Einen praxisnahen Einblick im Kreise junger Journalist*innen; Impulsvorträge von Medienexpert*innen, die auf Augenhöhe über ihre Arbeit sprechen, Tipps geben und sich offen im kritischen Diskurs zeigen – all das bietet dieses Seminar. Für mich eine Zeit, die mich nicht nur fachlich weitergebracht, sondern auch unheimlich inspiriert und mit vielen Menschen zusammengebracht hat.“

 

Gabriele Scherndl, Seminarteilnehmerin 2016

Gabriele Scherndl

Gabriele Scherndl studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien, sie schrieb und schreibt für verschiedene Zeitungen in Österreich und Deutschland. Teilnehmerin des Seminars Medienjournalismus 2016.

„Die vier Tage in Köln waren auf zwei Arten spannend: Zum einen boten die Vortragenden Einblicke in die Theorie und die alltägliche Arbeit von Medienjournalisten. Zum anderen wurde die Möglichkeit geschaffen, Kontakt zu teilnehmenden Jungjournalist*innen aus verschiedensten geografischen und journalistischen Gebieten zu knüpfen. Beides war geprägt von interessanten Gesprächen und anregenden Diskussionen über unser Handwerk.
Ich halte es für wichtig, sich so intensiv mit der Sparte des Medienjournalismus zu beschäftigen. Denn, und dies wurde auch im Laufe des Seminars immer wieder deutlich: Wir müssen uns mit dem, was wir tun, auseinandersetzen. Und zwar immer wieder aufs Neue.“

 

Dorothee Soboll

Redaktionsvolontärin bei der Badischen Zeitung in Freiburg, war Teilnehmerin des Seminars Medienjournalismus 2015.

„Privat habe ich mich immer sehr mit Medienjournalismus beschäftigt, aber beruflich hatte ich bisher wenig Gelegenheit dazu. Das wird sich nun, nach diesem großartigen Seminar mit interessanten Gesprächspartnern, wohl ändern.

Ich nehme aus den vier abwechslungsreichen Tagen in Köln, zu Gast beim Deutschlandfunk, viele Erkenntnisse über den Medienjournalismus mit. Für mich bleibt die zentrale Frage, wie die Medien am besten über ihre eigene Branche berichten - und an welche Zielgruppe sie sich dabei wenden: die detailinteressierten Journalist*innen oder die außenstehende, breite Öffentlichkeit. Dass eine Berichterstattung unabdingbar ist, steht für mich außer Frage.“


Joshua Bung

Freier redaktioneller Mitarbeiter beim General-Anzeiger Bonn, war Teilnehmer des Seminars Medienjournalismus 2015.

„Das Seminar hat mir gezeigt, dass Medienjournalismus nicht nur eine weitere Darstellungsform des Journalismus, sondern zugleich eines seiner wichtigsten Kontrollorgane ist.

Wer über andere kritisch berichtet, sollte immer auch die eigene Arbeit auf den Prüfstand stellen. Das ist man nicht nur sich selbst, sondern auch den Zuschauer*innen, Hörer*innen, Leser*innen und User*innen schuldig. Durch die Gespräche und Workshops mit erfahrenen Medienjournalist*innen habe ich Formate und Methoden kennengelernt, die mir dabei helfen, eine solche kritische Grundhaltung zum Ausdruck zu bringen.“


Carolin Neumann

Carolin Neumann

Freie Journalistin und Innovationsschürferin, Gründerin von Jouvenir, finletter und der Digital Media Women; war Teilnehmerin des Seminars Medienjournalismus 2010.

„Wer medienjournalistisch arbeitet, arbeiten will oder verstehen will, wie Medienjournalisten ticken, sollte sich das nächsten Seminar schon mal vormerken", schrieb ich 2010 nach drei sehr intensiven Tagen in meinem Blog.

Damals hatte ich gerade erst angefangen, als freie Digital- und Medienjournalistin zu arbeiten, der Einblick in den Medienjournalismus war essentiell für mich. Einige Jahre, Social-Media-Profile und viele besuchte Seminare und Konferenzen später weiß ich, dass dieser enge Austausch in geschütztem Raum generell selten ist.
Deswegen gilt nach wie vor: Daumen hoch für 'Über Medien informieren und schreiben', ein hochmotivierendes, gewinnbringendes Seminar.“

Mit freundlicher Unterstützung des:

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